spielzeugist nicht wahr. Die MX-500I lief sehr sauber mit 16
> > Prozessoren, uebrigens auch mit 32. Von Sequent und DG gab
> > es auch SMP-Ports auf Intel.
> OK, die Kisten kenne ich nicht. Aber es ist natürlich auch
> prinzipiell so, dass es durchaus MSMP-Systeme auf Intel-Basis
> gab.
Es gibt vieles, was Du nicht kennst. Das sollte ein Grund sein,
dass Du mit Aeusserungen ueber Bereiche, in denen Du keine
Ahnung hast, etwas zurueckhaltender zu sein.
> > Das Problem war nicht die Zahl der Prozessoren. Das Problem
> > war zum Teil die Backplane. Multibus-I hatte Bitbreitenprobleme,
…
> Nice to know. So intensiv habe ich da noch nicht nachgelesen (zumal
> ich das eher nicht benötige).
Wie gesagt, lieber nicht den Mund zu weit aufmachen, wenn man
nicht weiss, worum es geht.
> > Das war keine Frage der Prozessorarchitektur, auch wenn Intel bei
> > Serverdesignern unbeliebt war, da die Prozessoren den Muell der
> > Historie seit Zilog mit sich rumschleppten und der CISC-
> > Befehlssatz Grenzen aufwies, die weder der PA, noch der
> > Rx000, der Power-, der Alpha oder der Sparc-Prozessor aufwiesen.
> Es ist hier wohl aber auch noch ein anderes Problem, das zum Tragen
> kommt. Wenn ich - wie SUN - von dem Verkauf meiner Server lebe,
> dann investiere ich auch wesentlich mehr in die Entwicklung
> notwendiger Features. Das war bei Intel halt nicht so, da
> reicht die Masse. Und Intel baut ja selber keine Kisten.
Da macht es sich wohl jemand etwas einfach. Tatsache ist, dass
die bald 100Mrd-Dollar-Company Intel zum technischen Fortschritt
auf dem Prozessorsektor in den letzten 5-7 Jahren so wenig
beigetragen hat wie der Desktop-Monopolist Microsoft zum
Betriebssystemdesign. Da sehe ich in der Tat ein Problem.
> > Mit anderen Worten: kein technisch engagierter und informierter
> > Programmierer mochte es, mit Intel umzugehen. Sofern es noetig
> > war, ein richtiges Betriebssystem wie Unix auf Intel zu
> > portieren, hat man das natuerlich trotzdem gemacht. Und das
> > ging recht gut.
> “richtiges BS” kommentiere ich mal jetzt nicht…. Aber auch der
> erste Satz ist so nicht stimmig. Schau dir mal SCO an und wo die
> hergekommen sind. Oder Novell.
Naja. SCO war auch nur eine Firma, die gut vermarktete, und das
eine Weile lang recht gut. Bei Novell sieht das aehnlich aus:
Novell hat die Inkompetenz von Microsoft im Netzwerkbereich eine
Weile lang fuer gute Geschaefte genutzt. Das sagt nichts ueber
die Qualitaet der Intel-Architektur aus.
> > Unverbluemt: NT war Scheisse und bleibt Scheisse. Man hat es mit
> > tierischer Muehe auf Alpha portiert (32 Bit, obwohl die Alpha-
> > Prozessoren generisch 64 Bit konnten), auf Mips R3000 wurde es
> > mit Mordskosten von Siemens portiert (Microsoft brachte das
> > nicht) und fuer die R4000 aufgegeben. Auch das war ein
> > 32Bit-Port.
> NT ist eigentlich ein recht gutes System. Stbail, mit sauberem
> Aufbau und relativ einfach (bei elementaren Aufgaben) zu managen.
Mit miserablem Subthread-Management und keinem existierenden und
funktionierenden 64-Bit-Port.
> Es hat lange Zeit nicht besonders gut Skaliert, die Zeiten sind
> aber vorbei.
Seit wann? Wo gibt es ein 64Bit-System unter NT? Wo gibt es ein
16- oder 32-Prozessorsystem unter NT?
> Was also willst du? Ich muss doch nicht andere Plattformen
> unterstützen (kenne kein MVP für Intel…).
Du meinst vermutlich MVS. Tatsache ist, dass NT genau den
Anspruch erhoben hat - um 1994/95 -, das zu koennen, was Unix
zu der Zeit schon fast zwanzig Jahre konnte: naemlich alle
gaengigen Prozessorarchitekturen und Backplanes zu unterstuetzen.
Es hat klaeglich versagt, und Unix unterstuetzt nach wie vor
alle Architekturen.
> Und das Alpha nicht mehr unterstützt wird, ist eher ein Problem
> von Digital gewesen, die sich selber nicht mehr dazu committed
> haben. Du benötigst aber sehr spezielles Know How, wenn du ein
> solches BS implementieren willst. Und das gehört dann auch
> der Hersteller dazu.
Du machst Dich laecherlich. Linux unter Alpha hat das “spezielle
Knowhow”, nicht nur Digital Unix von Digital. Nur NT bringt es
nicht, wie ueblich.
> > Ein 64Bit-NT sehe ich noch nicht. Wahrscheinlich wird auch
> > IA64-NT5 ein Gefummel. Ein Linux auf allem von Z-Series und
> > CMOS, also den IBM-Grossrechnerprozessoren, bis herunter zum
> > Intel-Mist, ist dagegen kein Problem. Ein Unix eh nicht.
> Ich habe Windows bereits auf IA64 gesehen…. Und es läuft
> schnell und gut.
Hast Du das mal disassembliert? Mein Xenix System V/268 laeuft
auch auf einem 1500er Athlon wahnsinnig schnell (jedenfalls
wenn man das Problem mit dem MFM-Treiber umschifft hat).
Das heisst nicht, dass es generischer Athlon-Code ist.
> Ist übrigens auch im Interesse von Intel, die gemeinsam mit
> MS daran basteln. Die wollen nämlich ihre Prozessoren auch
> verkaufen…
Basteln ist das richtige Wort. Mips hatte schon Anfang der 90er
Jahre effiziente 64Bit-Prozessoren. Andere auch. Intel lebt von
seinen Desktop-Royalties. Technisch sind sie ein Dead End.
> > Und mach Dir nichts vor, Jens: die Zukunft der Betriebssystem-
> > entwicklung, auf allen Prozessoren, heisst Unix. Egal ob Linux,
> > BSD, Solaris oder was auch immer.
> Die Zukunft fer BS ist heterogen. So, wie sie es bisher war. und da
> wird sich auch nichts daran ändern. Warum soll ich nicht die
> Vorteile eines OS/400 nutzen,
Die AS/400 und ihr Betriebssystem sind tot, dass weiss und sagt
auch IBM. Auch wenn die Systeme besser waren als alles, was je
von Microsoft kam.
> .. genauso wie die von Windows oder die von Novell?
Windows wird auf dem Desktop noch eine Weile schwer auszurotten
sein, das ist wie mit Cobol. Ich mache mir da keine Illusionen.
Das ist aber keine Frage der Betriebssystementwicklung.
Innovative Betriebssystemarchitekturen sind Mach-basiere
Microkernel wie Darwin oder Hurd. Auch das sind Unixe. Ob sie
den Trend des Fortschritts der Betriebssystementwicklung
markieren, wird sich zeigen. Aber an NT ist nichts, aber auch
gar nichts Innovatives. An NT’s Vorgaenger VMS war der RSX-Kern,
also ein praeemptiver Realtimekern, eine interessante und
innovative Architektur. Aehnliches bietet heute (nachdem iRMX
leider eingestampft ist) nur QNX. Da “droht” Innovation, auch
unixoide Innovation. Bei NT sehe ich da nichts, nur ausgetretene
Pfade.
> Ich glaube eher, du machst dir etwas vor. Die Aufgabem sind so
> spezifisch, dass du mit nur einem System sehr schnell auf die nase
> fliegst. Das beste beispiel ist der der Home-Anwender. Willst du
> den ernsthaft vor ein Unix-System setzen?
Ich habe Kinder vor ein Unix-System gesetzt. Sie kamen prima
damit zurecht.
> Er muss ja root-Rechte haben.
Nein. Er muss nur eine Moeglichkeit haben, selbst Administrator-
Rechte zu haben oder das auch dem Verkaeufer oder sonstwem zu
ueberlassen. Oder Administratoraufgaben nur nach Handbuch nach
mehreren Warnungen uebernehmen. Wenn der Normalmensch die
Haussicherung rausschraubt, ist er auch “root”. Wenn er sich
ueberfordert fuehlt, ruft er den Elektriker. So muss es sein.
> Und dann arbeitet er auch damit.
Nein.
> Und bis zu einem rm * auf root ist es dann
> nicht mehr weit….
Quatsch. Auch der XP-Home-User ruft nicht regedit auf und
laesst den Finger auf der DEL-Taste. Danach kannst Du auch neu
installieren.
> Dazu kommt, dass der technische (nicht aus Sicht der
> Arbeitsweise, da unterscheiden sich die heutigen Systeme sehr
> wenig voneinander) Aufbau z.B. auch von Linux derart archaisch
> ist, dass man das nicht unbedingt gut heissen kann. Aber letzten
> Endes ist es Geschmacksache.
Das ist Gefasel. Der “archaische Aufbau” laeuft auf ein paar
Dutzend Prozessoren. Wer das “nicht gut heissen” kann, bleibt
unerfindlich. Technische Argumente sind im uebrigen keine
Geschmacksache. Man muss sie aber vorbringen.
> > Unix-Systemprogrammierer werden auf den zerbroeckelnden
> > Grabstein von Bill Gates pissen.
> … von unten, aus der Hölle. Oder wie?
Noe. Ueber die Episode Windows/NT wird man noch lachen, wenn
moderne Unix-Architekturen in dreissig Jahren entworfen werden.
> > Frohe Weihnachten
> Gleichfalls.
Danke.
a^2